Apple hat iPhoto nicht nur ein Facelift verpasst, sondern auch einige neue Funktionen hinzugefügt. Auffallend ist hier der Ausbau der Vollbildmodi (z.B. bei Ereignisse u. Gesichter), die Vorlagen für die Diashow, Karten und Fotobücher sowie die erweiterte Möglichkeit Bilder online bereitzustellen (MobileMe, Facebook, Flickr etc.). Die grundlegenden Funktionen wurden fast nicht geändert, ein paar Kleinigkeiten stören sogar.

Wir haben iPhoto an einem iMac (early 2009, 2,66 Ghz, 4 GB Ram) getestet. Subjektiv startet iPhoto schneller und die Mediathek wird auch schneller geladen. Störend war allerdings, dass die in iPhoto ‘09 angelegte Reihenfolge der Ereignisse nicht richtig übernommen wurde. Wir haben zur Kontrolle noch auf einem MacBook Pro getestet – auch hier das unbefriedigende Ergebnis. Ob das generell der Fall ist, können wir natürlich nicht sagen. Vielleicht wurde dieser Fehler mit dem neuesten Update schon ausgemerzt. Wir wären über Rückmeldungen dankbar!

Bedienung und Organisation

Wie schon erwähnt sind die auffälligsten Neuerungen die Vollbildmodi für Gesichter, Ereignisse, Orte und Fotos. Weiters wurde die Oberfläche zum Gestalten von Fotobüchern, Einladungskarten etc. ziemlich stark überarbeitet. Die Bedienung wirkt generell einfacher, eleganter, besser.

Die Organisation und Struktur der Bilder wurden nicht geändert. Alles lässt sich so anlegen und bearbeiten wie vorher. Alles? Nicht ganz! Beim Anlegen von Alben muss jetzt rechts in der unteren Bildschirmleiste der Menüpunkt „Hinzufügen“ angeklickt werden und der richtige Eintrag gewählt werden. Außer „Album“ stehen noch „Diashow“, „Buch“ und „Karte“ zur Verfügung.

Ebenfalls eine kleine Neuigkeit ist, dass beim Darüberfahren von Fotos mit dem Mauszeiger links oben eine kleine Fahne sichtbar wird (Fotos können so markiert werden) und rechts unten ein kleines schwarzes Dreieck auf einem weißen Kreis erscheint. Hier erscheint ein Menü (siehe Abbildung), wo einfache Funktionen wie, Drehen, Papierkorb, Ausschneiden etc. durchgeführt werden können.

Bilder bearbeiten

Auch das Bearbeiten der Bilder wurde übersichtlicher gestaltet. Vorher hatte man im Vollbildmodus nur die Bearbeitungsleiste am unteren Bildschirmrand. Nun erscheint im Vollbildmodus, wenn in der unteren Bildschirmleiste auf „Bearbeiten“ geklickt wurde, am rechten Bildschirmrand ein breites Menü mit drei Reitern (Einfache Korrekturen, Effekte und Anpassen).

Es sind zwar keine Funktionen dazugekommen – außer ein paar Effekte mehr – aber das Bearbeiten fällt so leichter, wenngleich auf Grund der Reiter ein paar Klicks mehr notwendig sind um das zu bekommen, was man will.

Einziger Kritikpunkt hier ist, dass gegenüber der Vorgängerversion ein Foto nicht mehr komplett im Vollbildmodus dargestellt werden kann.

Gesichter/Orte

In diesem Fall wurden die schon zugeordneten Gesichter von iPhoto 09 problemlos übernommen. Natürlich werden die Bilder wie beim Vorgänger automatisch erkannt. Fein ist, dass nun in der Mediathek „Gesichter“ nur die bereits benannten Bilder gezeigt werden. Der Überblick wird so gewahrt. Erst wenn rechts unten auf „Weitere Gesichter bestätigen …“ geklickt wird, können weitere Gesichter bestätigt werden.

Sind bei einem Foto Ortsinformationen vorhanden können sie jetzt in einer im Vollbildmodus eingeblendeten Google-Maps-Karte angezeigt werden. Ein bisschen schwieriger ist es geworden nachträglich einem Bild einen Ort zuzuweisen. Vorher konnte direkt eine größere Karte aufgerufen werden, jetzt muss man die gewünschte Stecknadel in der eher kleinen Kartenansicht im Info-Fenster zum gewählten Bild verschieben.

Internet

Die einzelnen Dienste wie MobileMe, Facebook etc. wurden bei der neuen Version im linken Menü unter „Web“ zusammengefasst. Auch hier wieder ein Schritt in Richtung Benutzerfreundlichkeit. Zudem können nun Alben für Facebook, Flickr und MobileMe im Menü „Bereitstellen“ neu erstellt, bei Facebook sogar direkt auf die Pinnwand gestellt und bei Flickr ein Foto-Stream angelegt werden.

Fotobücher, Karten &Co

Hier hat sich sicherlich am meisten getan. Dieser Bereich wurde komplett überarbeitet, sicherlich hatte man dabei auch die bessere Erschließung dieses Geschäftsfeldes im Hinterkopf.

Die Bedienung ist intuitiver und die Auswahl der Vorlagen zahlreicher geworden. Fotobücher können auch weiterhin automatisch gefüllt werden lassen. Kleiner Kritikpunkt hier ist, dass die Anzahl der Fotos pro Seite nicht wie bei der Konkurrenz selbst gewählt werden kann, sondern von iPhoto vorgegeben wird. Dies funktioniert allerdings recht gut.

Tipp: Klickt man mit Rechts in der Fotobuchdarstellung auf den Hintergrund, kann das Fotobuch als PDF exportiert werden und so für andere Anbieter verwendet werden.

Neu sind die Letterpress-Karten, bei denen mit vorgeprägtem Design Fotos und Texte auf Karten gedruckt werden können. Bei einer Größe von 13 x 18 cm und einem Preis von € 2,49 pro Stück könnten manche allerdings beginnen zu überlegen. Auch bei den Fotobüchern bewegt sich Apple für ein A4 Buch mit einem Grundpreis von € 24,99 plus € 0,89 pro Seite eher im hochpreisigen Segment.

Fazit

Die neue Version ist rundum gut gelungen. Vor allem die Benutzerfreundlichkeit und die Übersichtlichkeit haben sehr gewonnen, aber auch die zusätzlichen Features sind eine feine Sache. Wen die kleinen Umwege bei der Bearbeitung von Fotos und bei der Zuweisung von Orten nicht stören, ist mit dieser Version sicherlich sehr zufrieden.

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