Als Argument für den Kauf eines Mac-Rechners wird oft die Sicherheit des Systems angeführt. Windows-PCs sind öfter Opfer von Viren Malware als Apple-Rechner. In einem Interview mit heise erklärt Sicherheitsexperte Andreas Marx, dass dies zwar richtig sei, aber nicht bedeute, dass Macs deshalb sicherer seien.

Marx, seinerseits Chef der deutschen Sicherheitsfirma AV-Test, testet im Auftrag von Unternehmen Virenschutz-Software. Laut seinen Informationen werden pro Tag bis zu 60.000 unterschiedliche Schädlinge für Windows-PCs, aber nur ca. 50 unterschiedliche für Mac, Linux und Handy-Betriebssysteme.

Macs seien deshalb aber nicht sicherer, sondern nur weniger bedroht, weil Apple-Rechner einen viel geringeren Marktanteil haben, als Windows-Rechner und deshalb für Viren-Schreiber wirtschaftlich nicht so interessant seien. Marx glaubt, dass in Zukunft die Angriffe auf Macs zunehmen werden und die aktuellen Viren für Macs als Testballons der Virenautoren gesehen werden können, um zu testen, wie schnell sie sich verbreiten. Was wiederum beweise, dass Mac OS X angreifbar ist.

Dennoch hält der Test-AV-Chef derzeit einen Virenscanner für Mac OS X nicht für notwendig. Zielführender wäre es die Software z.B. vor Phishing-Seiten oder Abo-Fallen zu schützen. Weiters sollten die Signatur-Listen regelmäßiger aktualisiert werden. Damit könnte auch schwächere Systemen geholfen sein, da Virenschutz-Software oft viele Ressourcen benötige.

Außerdem kritisiert Marx, dass Apple Meldungen über Schwachstellen offenbar nicht so ernst nehme, denn im Gegensatz zu Microsoft, die schnell reagieren würden, wäre das bei Apple nicht so selbstverständlich. Apple setze offenbar die Prioritäten anders, denn Updates lassen oft lange auf sich warten.

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