Vorgeschichte: Momentan ist immer noch der vor 30 Jahren eingeführte IPv4-Standard aktuell. Dies bedeutet, dass es maximal ca. 4,3 Milliarden IP-Adressen gibt, mit denen Computer und andere Geräte angesprochen werden können. Auf Grund der rasanten Entwicklung des Internets und bei einer aktuellen Weltbevölkerung von knapp 7 Milliarden, werden nach Schätzungen von Experten die IPv4 Adressen im heurigen Jahr zur Neige gehen.

2011 wird also das Jahr des Nachfolgestandards IPv6 werden – übrigens auch schon seit 1998 definiert. IPv6 bietet fast unbegrenzt Platz – ca. 340 Sextillionen Adressen (also eine Eins mit 36 Nullen) sind theoretisch möglich, wen es interessiert.

Wie das renommierte Computermagazin c’t festgestellt hat, gibt es aber speziell bei Smartphones unnötige Sicherheitslücken seitens der Hersteller. Viele aktuelle Geräte übertragen nämlich ihre Hardware-Kennung ins Internet. Damit kann der Besitzer im Netz eindeutig wiedererkannt werden.

Eigentlich wären diese neuen Datenschutzprobleme leicht zu vermeiden. Apple und Google zum Beispiel, haben ihre aktuellen Betriebssysteme bereits IPv6 kompatibel gemacht, jedoch laut c’t-Experten zu wenig Mühe beim Erstellen der Adressen gemacht. Die Adressen werden großteils aus der Gerätenummer fabriziert. Dadurch melden sich Smartphones unnötigerweise, wenn sie sich im W-LAN befinden, bei jedem IPv6 tauglichen Server, mit einer weltweit eindeutigen Kennung an.

Die Privatsphäre der User ist somit nach der Umstellung auf IPv6 in Gefahr. Datensammler könnten aufzeichnen, wie oft und wie lange sich jemand auf bestimmten Webseiten bewegt und was er dort getan hat. Somit könnte eine genaues Benutzerprofil angelegt werden.

Die Lösung des Problems wäre allerdings ganz einfach. Im IPv6-Standard wurden zum Schutz der Nutzer bewusst sogenannte Privacy Extensions eingebaut. Wird diese Option aktiviert, ist es unmöglich den Nutzer anhand seiner IPv6-Adresse zu identifizieren. Unter Windows 7 wird dies bereits praktiziert. Unter Mac iOS und Android besteht die Möglichkeit zur Aktivierung. Aus unerfindlichen Gründen ist das aber nicht passiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

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