Vor einigen Tagen ist in Österreich die Vorratsdatenspeicherung in Kraft getreten. Viele User empfinden es nach wie vor als Eingriff in die Privatsphäre, wenn die IP-Adresse, die E-Mail-Adresse, Telefonnummer etc. quasi dauerhaft gespeichert werden. Die Begründung, dass somit Verbrecher, vornehmlich terroristische Vereinigungen, leichter aufgespürt werden können, halten wir für fadenscheinig. In der Regel ist es so, dass solche Organisationen über die Technik und das Wissen verfügen, sich vor der Vorratsdatenspeicherung zu schützen bzw. sie zu umgehen. Aber gibt es das auch für den Otto-Normal-Verbraucher? In einem gewissen Ausmaß ja! Wir stellen hier ein paar Möglichkeiten vor, wie sich jeder vor ungewollten Zugriffen schützen kann.

Internet:
Hier ist das Gratis-Programm „Tor“ zu empfehlen. Es ermöglicht anonymes Surfen im Internet. Dabei wird vom integrierten Browser (Firefox) der Internetverkehr auf schwer nachvollziehbare Umwege geleitet, indem die Daten über verschiedene Server geschickt werden. Das Bundle gibt es gratis für Windows, Mac OS X aber auch für Linux, BSD und Unix. Einfach downloaden und starten – in unserem Test läuft es reibungslos.

E-Mail:
Es bietet sich die Möglichkeit für Mails, die nicht aufgezeichnet werden sollen, eine Adresse bei einem kleinen Provider zuzulegen, da nur jene Anbieter zur Aufzeichnung verpflichtet sind, wo der Jahresumsatz höher als 277.000 Euro liegt. In Österreich fallen, laut Arge Daten, nur ca. die Hälfte der 300 Provider unter die Aufzeichnungspflicht. Also durchaus eine realistische Möglichkeit sich zu schützen.

SMS/MMS:
Hier ist es sicherlich am einfachsten die Vorratsdatenspeicherung zu umgehen. Mit Apps wie WhatsApp oder iMessage bzw. Messages am Mac ist dies sehr leicht möglich und für jeden User anwendbar. Einziger Nachteil ist, dass das Gegenüber auch über diese Möglichkeit verfügen muss.

Telefonieren:
Auch hier gestaltet sich die Angelegenheit recht einfach. Mittels z.B. Skype, Viber oder FaceTime hat die Vorratsdatenspeicherung keine Chance. Vertragslose Wertkartenhandys sind natürlich auch noch eine Möglichkeit.

Wer also nicht ständig überwacht werden will, hat in jedem Kommunikationsbereich eine Variante, mit der er sich schützen kann.

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