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So wie vor kurzem in der Schweiz werden nun auch in Österreich die Mobilfunkfrequenzen im Bereich 900 und 1800 MHz (GSM) neu versteigert. Hinzu kommt das Frequenzband mit 800 MHz, das auf Grund der Umstellung vom analogen auf das digitale Fernsehen frei geworden ist. Das UMTS-Frequenzband (2100 MHz) bleibt davon ausgeschlossen, da es bereits im Jahr 2000 versteigert wurde.

Interessantes Detail ist, dass die GSM-Frequenzen eigentlich erst im Jahr 2015 auslaufen würden, dennoch wird schon heuer zur Aktion gerufen. Die Branche sieht dies eindeutig als Geldbeschaffungsaktion seitens der RTR (Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH). Schließlich erwartet sich die österreichische Regierung mehr als 500 Mio. Euro aus dem Deal. In Zeiten eines Sparpakets ein willkommener Geldregen. Die RTR argumentiert hingegen, dass man ein Gesamtpaket versteigern will – eben mit dem neuen 800 MHz-Frequenzband. Außerdem sollen die Frequenzen für 20 bis 25 Jahre vergeben werden.

Wie man es auch dreht und wendet – fest steht: Es trifft die österreichische Mobilfunkbranche gerade in einer ungünstigen Phase. Denn die Auktion wird Ende März ausgeschrieben und die Angebotsfrist endet im Juli. Bis dahin wird aber wahrscheinlich noch nicht fest stehen, ob der Orange-Drei-Deal von den Wettbewerbsbehörden genehmigt wurde, oder eben nicht. Die RTR ist sich der Situation bewusst und trifft Vorkehrungen für ein Drei- oder Vierbieterszenario.

Zudem ist es mit der Finanzkraft der heimischen Mobilfunkanbieter nicht zum Besten bestellt. A1 hat gerade einen Rekordverlust eingefahren, soll auch noch „Yesss!“ kaufen und Drei ist mit der Übernahme von Orange beschäftigt und hat somit auch nicht Geld im Überfluss. Lachender Dritter könnte T-Mobile werden, die momentan relativ solide aufgestellt sind.

Es ist also durchaus möglich, dass die österreichische Regierung nicht die erhoffte Summe lukrieren kann. Schließlich müssen sich die Investitionen auch wieder rechnen und das ist im Land mit den europaweit niedrigsten Kosten fürs mobile Telefonieren und Kommunizieren keine leichte Aufgabe.

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