Wir haben vorgestern darüber berichtet, dass die ARD-Reportage sehr hohe Wellen in der Politik als auch bei den Konsumenten geschlagen hat. Amazon hat nun interne Untersuchungen eingeleitet und den angeblich rechtsradikalen Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung vom Dienst entlassen. Damit dürften die Bedrohungen und die aggressiven Übergriffe in den Schlaflagern nicht mehr stattfinden. Lediglich die österreichische Leiharbeiter-Agentur „Trenkwalder“ will sich noch nicht zu diesem Thema äußern und hält weiterhin die Füße still. Dennoch hat es der ARD geschafft, eine wahre Lawine loszutreten.

Sogar auf Facebook gibt es bereits eine Fanseite, die zum Boykott von Amazon aufruft. Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet, damit die Arbeitsbedingungen bei Amazon verbessert werden. Auch die Prüfung der Leiharbeiteragentur Trenkwalder wird von der deutschen Politik in die Wege geleitet. Selbst Amazon versucht einzulenken und gibt bekannt, dass man diese Arbeitsbedingungen nicht dulden und dagegen einschreiten wird.

Ob es wirklich gravierende Veränderungen geben wird, bleibt abzuwarten. Dass der Umsatz von Amazon Deutschland durch diese Reportage empfindlich geschwächt wird, ist eher unwahrscheinlich. Wir hoffen für alle Amazon-Mitarbeiter, dass sich sowohl Lohn- als auch Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.

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13 comments

    • Hallo, Ich selber habe Informationen von Mitarbeitern (denen ich persönlich trauen kann) einer Firma, die Amazon's Lagerhallen mit Lagerflächen ausstatten, die die Arbeiter von Amazon als kein bisschen "hektisch und schlecht gelaunt", "schlecht versorgt" sah. Die Mitarbeiter hatten viele Möglichkeiten, wo man Wasser trinken konnte, da die Hallen durch die ganzen Pakete /Kartons ziemlich wenig Luftfeuchtigkeit haben. Die Mitarbeiter selber sahen entspannt aus und kamen zufrieden rüber. Die angeblichen langen Arbeitswege sehen meine Informanten als nicht schädlich an, sie konnten eher drüber schmunzeln, da manch einer so viele Kilometer abends freiwillig joggt, wie Amazon's Arbeiter täglich laufen. Außerdem werden viele Hallen mit immer mehr Fördertechnik ausgestattet. Ihrer Aussage zufolge (und sie haben bereits viele Hallen besucht um den Bau zu planen), können sie keines der Gerüchte über schlechte Arbeitsbedingungen bestätigen. Amazon ist sehr offen und selbst Praktikanten durften ohne großes Trara mitkommen. - Leiharbeit ist dann wieder ein ganz anderes Thema. Amazon beutet klar seine Mitarbeiter aus und das ist nicht in Ordnung. Aber ich glaube nicht, dass Amazon durch die Presse geschwächt wird, es mag das Vertauen sinken, aber die West-Europäer gucken eh nur auf den Preis. Ich selber kann nicht behaupten, dass sich etwas in meinem Einkaufsverhalten ändern wird. Das ist finde ich Sache der Politiker. LG
  • Gähn... Eine Fanpage bei Facebook und der öffentliche Aufruf nicht mehr dort zu kaufen. Bequemer kann man sich wohl nicht belügen. Aber Hauptsache man muss nicht wirklich was tun. Ich habe gestern demonstrativ 300€ bei Amazon gelassen.
  • Auch wenn Amazon die Vorbildfunktion hat, sollte nicht nur Amazon ins dunkle Licht gerückt werden. Leiharbeit beziehen viele andere Unternehmen auch, ganz abgesehen davon dass viele Arbeiter mit falschen Angaben gelockt werden. Moralisch ist das nicht in Ordnung und sollte nicht toleriert werden, denn gute Potenziale werden zerstört, nur um mehr Umsatz zu machen. Solch ein Sittenverfall ist beschämend!