Nachdem vor gut einer Woche die Übernahme von Orange durch „3“, nach einem monatelangen Prüfungsprozess Seitens der EU und den österreichischen Behörden,  über die Bühne gegangen ist, Fragen sich nun natürlich viele Orange-Kunden, was nun mit ihnen passieren wird. Wir haben dazu die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

Vielleicht werfen wir zunächst einen Blick auf die Mitarbeiter von Orange. Für sie sieht die Zukunft nicht allzu rosig aus. Zu Beginn der Woche hat „3“-Chef Jan Trionow verlauten lassen, dass von den gemeinsam rund 150 Handyshops ein Drittel geschlossen werden wird. Zudem ist noch nicht klar, wie viele der 800 Orange- und 600 „3“-Angestellten ihren Hut nehmen müssen. Wenn sich Trionow aber Synergieffekte von ca. 500 Mio. Euro erwartet, kann man annehmen, dass doch ein paar Hundert Mitarbeiter gehen werden müssen. Die Einsparungen sollen aber nicht nur über die Verwaltung entstehen, sondern vor allem auch durch die Zusammenlegung des Netzes und eine günstigere Markenpolitik.

Für die Kunden wird sich bis zum Sommer nichts ändern. Erst im dritten Quartal wird damit begonnen, die Marke „Orange“ schrittweise zu überführen. Das ist aber auch schon die wesentlichste Änderung. Drei-Kunden sind alle ehemaligen Orange-Kunden bereits übrigens seit dem Closing. Die Verschmelzung der beiden Unternehmen, insbesondere die technische Zusammenführung, wird aufgrund der hohen Komplexität voraussichtlich noch weitere 12 bis 18 Monate dauern.

Wir haben einige Anfragen bekommen, ob der Orange-Vertrag auch dann gekündigt werden kann. Dies ist nicht der Fall. Drei übernimmt alle Verträge und somit die damit verbundenen Bedingungen. Auch die Vorwahl und die „Ein Leben lang“-Tarife bleiben erhalten. Es wird auch kein neuer Vertrag mit neuen AGBs zugesendet, da sich die bisherigen Konditionen nicht ändern.

Übrigens können 3SIM-Karten aufgrund bestehender SIM-Locks nur in 3Handys genutzt werden und Orange-SIM-Karten nur in Orange-Handys. Eine Nutzung der SIM-Karte in netzfremden Geräten ist nur dann möglich, wenn das jeweilige Smartphone oder Modem entsperrt und offen für alle Netze ist. Zudem wird „3“ zusätzlich zur momentanen Netz-Kooperation mit T-Mobile auch ein 2G-Netz anbieten. Dieses kommt momentan eben von T-Mobile, wir aber nach Ablauf dieses Vertrages wahrscheinlich durch jenes von Orange ersetzt.

Damit Orange-Kunden auch nach dem Auslaufen ihres Vertrages „3“ erhalten bleiben, wurde angekündigt, mit der Marken-Zusammenführung ein neues Tarif-Portfolio schaffen, in dem sich attraktive Angebote aus beiden Welten wiederfinden. Ziel ist es auf jeden Fall den Marktanteil weiter zu steigern. Mit der Übernahme verfügt „3“ nun über einen Marktanteil von 22 Prozent, T-Mobile kommt auf 31 und A1 auf 47 Prozent.

Wer noch offene Fragen hat, findet die meisten Antworten auf der Facebook-FAQ-Seite von Drei.

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