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Wir haben letztes Wochenende darüber berichtet, dass der österreichische Mobilfunkanbieter „3“ eine Zusammenarbeit mit dem Musikstreamingdienst Spotify bekanntgegeben hat. Daraus entstanden ist ein Zusatzpaket, womit Spotify für 9,99 Euro pro Monat genutzt werden kann, was demselben Preis des Premium-Paketes des Dienstes selbst entspricht. Das Besondere daran ist, dass „3“ keine zusätzliche Gebühren für den Datenverbrauch verlangt bzw. die Nutzung des Dienstes nicht vom Datenguthaben abgezogen wird.

Kritik wächst!
In der vergangenen Woche wurden die Vorwürfe von Netzaktivisten dahingehend immer lauter, dass „3“ damit die Netzneutralität verletze – also das Prinzip, wonach Internetanbieter alle Daten gleich schnell weiterleiten. Aber nicht nur Netzaktivisten, sondern auch die Telekom-Regulierungsbehörde (RTR) sieht die Sache kritisch, da es „zu einer kommerziellen Bevorzugung eines speziellen Dienstes kommt“. Nun will die RTR den Sachverhalt prüfen und richtet ein sogenanntes „Auskunftsersuchen“ an „3“. Hiermit soll überprüft werden, ob Spotify wirklich technisch bevorzugt behandelt wird. Der Haken daran ist, dass der RTR rechtlich gesehen die Hände gebunden sind, da es in Österreich keine Möglichkeit gibt, die Netzneutralität durchzusetzen. Hier muss auf die EU-Kommission gewartet werden, deren dahingehende Verordnung im kommenden Jahr beschlossen werden soll. Der Mobilfunkbetreiber selbst sieht keine Verletzung der Netzneutralität, da Spotify keine Sonderbehandlung durch schnellere Datenübermittlung erfahre.

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