Nachdem auch schon viele Brancheninsider fast nicht mehr an eine Übernahme von Orange durch „3“ und den damit verbundenen Kauf von Yesss! Durch A1 geglaubt haben, stellt sich nach dem erfolgreichen Abschluss von gestern natürlich die Frage, was auf die Bestandskunden von Orange nun zukommt.

Grundsätzlich ist es so, dass das österreichische Telekommunikationsgesetz bei einer Änderung des Vertrages zum Nachteil des Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht vorsieht. Sollte sich also zB ein bestehender Vertrag verteuern, kann der laufende Vertrag auch frühzeitig gekündigt werden. Man ist an keine Kündigungsfristen gebunden und auch eventuelle Strafzahlungen bei einem gestützten Handy oder Smartphone müssen nicht geleistet werden. All dies bekommen die bestehenden Kunden mindestens einen Monat schriftlich mitgeteilt.

Interessant ist, dass das außerordentliche Kündigungsrecht laut RTR (österreichische Regulierungsbehörde) auch auf Services und Leistungen bezieht, welche eventuell von „3“ nicht mehr angeboten werden (können). Auch hier besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber dem Kunden.

Dadurch das „3“ Orange übernommen hat, gehen automatisch auch alle Rechte und Pflichten auf das Unternehmen über. „3“ hat gestern mitgeteilt, dass auch weiterhin Verträge mit Orange abgeschlossen werden können, solange es die Marke gibt. Die Verträge behalten ihre Gültigkeit und bei der kommenden Verschmelzung der beiden Unternehmen werden auch alle Angebote und Services zusammengeführt werden.

Kurz gesagt heißt dies, dass sich „3“ hüten wird, laufende Verträge zu verändern und auch alle Services, die Orange geboten hat, auch weiterhin bieten wird – zumindest die nächsten zwei Jahre. Schließlich will Drei ja nicht nur die Struktur von Orange übernehmen, sondern natürlich auch den gesamten Kundenstamm.

In Einzelfällen werden sich Veränderungen im Vertrag nicht vermeiden lassen. Die Arbeiterkammer rät daher, sich die Informationen seitens des neuen Besitzers genau durchzulesen und gegebenenfalls nachzufragen. Wichtig ist auch darauf zu achten, eventuelle Fristen nicht verstreichen zu lassen.

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