Foxconn Apple Produktion iPhone iPad Macbook

Die Südwind-Kampagne Clean-IT (NGO) berichtet von neuerlichen Suiziden in einer chinesischen Foxconn-Fabrik. Demnach haben sich letzte Woche, am 24. und 27. April, zwei junge ArbeiterInnen am Standort Zhenzhou, wo momentan unter anderem auch das iPhone 5 gefertigt wird, vom Dach in den Tod gestürzt.

„Angeblich mussten die Arbeiterinnen und Arbeiter daraufhin Verträge unterschreiben, in denen sie sich dazu verpflichten nicht mit Medien über die Selbstmorde zu reden“, berichtet Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind Kampagne Clean-IT.

Die Vorwürfe der Organisation wiegen schwer. So soll laut Informationen lokaler Medien in der betroffenen Fabrik bereits Anfang April der sogenannte „Silent Mode“ verhängt worden sein. Das heißt, dass nur mehr Zwiegespräche zwischen Mitarbeitern mit arbeitstechnischem Inhalt geführt werden dürfen. Wenn man sich mit mehr als einer Person unterhalten will, muss man in speziell gekennzeichnete Bereiche wechseln. Dies soll die Gruppenbildung verhindern. Angeblich geht Foxconn sogar soweit, dass bei Verstößen gegen die Regeln mit Lohnabzügen oder sogar der Kündigung gedroht wird.

“Gerüchten zufolge soll diese Disziplinierungsmaßnahme mit der Rückgabe von 5 Millionen iPhones 5 durch Apple an Foxconn wegen angeblicher Qualitätsmängel zusammenhängen“, so Ben Lassoued. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die neuerlichen Selbstmorde eine Folge dieser menschenverachtenden Firmenpolitik waren.“

Es wird also von der NGO Südwind indirekt Apple für die Vorfälle verantwortlich gemacht. Anscheinend haben die von Apple geforderten und forcierten Bemühungen hinsichtlich einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen zumindest in dieser Fabrik nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.

Ben Lassoued ist empört und der Meinung, dass die versprochenen Verbesserungen nicht umgesetzt wurden. Vielmehr scheint das neue Motto „verschweigen, verschleiern, vertuschen“ zu sein. Bis jetzt hat weder Foxconn noch Apple auf die schweren Vorwürfe reagiert. Wir werden euch aber weiter auf dem Laufenden halten.

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