Bereits mit Juli letzten Jahres wurden die Roaming-Gebühren innerhalb der EU mit einer Obergrenze belegt. So dürfen aktive Telefonate pro Minute höchstens 35 Cent (inkl. MwSt.) kosten, eingehende Anrufe schlagen mit 10 Cent und SMS mit elf Cent zu Buche.

Der zuständigen EU-Kommissarin Neelie Kroes ist das aber noch nicht genug. Sie hat das Ziel, dass das Telefonieren im EU-Ausland nicht teurer ist als zu Hause. Als Begründung für diesen Schritt nennt sie den europäischen Binnenmarkt. Hier sei der Grundgedanke, dass Grenzen für Unternehmen, aber auch für Verbraucher keinen Unterschied mehr machen. Dies solle auch für das Telefonieren gelten. Die Kommissarin gibt zwar zu, dass es bei Telefonaten ins Ausland einen höheren technischen Aufwand und damit verbundene Kosten gibt, diese aber so gering sind, dass sie praktisch nicht ins Gewicht fallen würden. Zudem stört sie, dass die Roaming-Gebühren je nach Land und Anbieter ziemlich unterschiedlich sind.

Der Zeitplan der Kommissarin sieht vor, dass sie diesen Vorschlag zunächst dem Europaparlament präsentieren will. Eine positive Verabschiedung wäre bis Ostern 2014 vorstellbar. Sollte alles nach Plan verlaufen, könnten wir bereits 2015 innerhalb der EU ohne Mehrkosten telefonieren. Die Mobilfunkbetreiber werden von diesem Vorhaben naturgemäß nicht begeistert sein.

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