roaming

Wir haben vor ca. 2 Wochen darüber berichtet, dass das EU-Parlament bald über den Verbleib der Roaming-Gebühren entscheiden wird. Vorgestern war es nun soweit und die Vertreter der europäischen Staaten haben sich mit großer Mehrheit für die Abschaffung der Roaming-Gebühren entschieden.

Was heißt das nun konkret?
Läuft alles nach Plan, werden ab dem 15. Dezember 2015 die Auslandsgebühren für Telefonieren, dem SMS-Versand und mobilem Surfen im Internet in der EU der Vergangenheit angehören. Voraussetzung dafür ist, dass noch die einzelnen Mitgliedsländer ihre Zustimmung im Ministerrat dafür geben. Die dahingehenden Verhandlungen beginnen im Mai und können sich einige Monate hinziehen. Vor allem deshalb, weil es bei dem gestrigen Beschluss für die Anbieter ein kleines Hintertürchen gibt. Bei „zweckwidriger oder missbräuchlicher Nutzung“ soll den Mobilfunkbetreibern nämlich doch die Möglichkeit für zusätzliche Gebühren eingeräumt werden. Wie sich dies genau gestalten wird, werden eben diese Verhandlungen zeigen.

Auswirkungen?
Einige Organisationen, wie zB die österreichische Arbeiterkammer oder der deutsche Branchenverband Bitkom warnen allerdings davor, dass auf den Kunden höhere Tarife zukommen werden, da den Netzbetreibern die Einnahmen aus dem Roaming-Geschäft fehlen. Wie viel die Tarife steigen werden, kann aber noch nicht abgeschätzt werden.

Roaming-Gebühren sinken schon vorher
Erfreulich ist aber, dass bereits vor der generellen Abschaffung der Roaminggebühren Ende 2015 diese am 1. Juli erneut gesenkt werden müssen. Abgehende Telefonate dürfen dann nicht mehr als 19 Cent pro Minute (derzeit 24 Cent), eingehende Telefonate nicht mehr als fünf Cent (derzeit sieben Cent) und SMS sechs Cent (derzeit acht Cent) kosten. Beim Datendownload gibt es die größte Kostenreduktion. Hier müssen pro MB nur mehr 20 Cent statt bisher 45 Cent bezahlt werden. Hinzu kommt natürlich noch die jeweilige Merwertsteuer.

 

QUELLEORF
TEILEN

Ein Kommentar

  • Der zweite Beschluss der behandelt wurde, finde ich sehr viel wichtiger als die kleinen und unwichtigen Roaming-Gebühren: Das Parlament hat sich klar für die Netzneutralität ausgesprochen und erteilt Spezialdiensten und Abos für Websites in erster Instanz eine Absage.