Vor gut einer Woche haben wir darüber berichtet, dass die deutschen Verbraucherschutzministerien planen, ein Rückgaberecht bei App-Käufen einzuführen. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, um zu klären, wie dies umgesetzt werden kann. Nun hat sich aber der Branchenverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) zu Wort gemeldet und zeigt sich wenig erfreut über dieses Vorhaben.

Konkret kritisiert der Verband, dass das Rückgaberecht bei App-Käufen realitätsfern und überflüssig sei. Laut Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder gebe es keinen Bedarf für ein gesetzlich festgelegtes Rückgaberecht – Zitat:

„Das wäre eine realitätsferne Überregulierung, von der vor allem Start-ups und innovative Einzelkämpfer betroffen wären, die die App-Economy voranbringen.“

Bitkom ist auch davon überzeugt, dass der Markt schon heute nutzerfreundlich und transparent ist. Es gebe schon heute ein Vielzahl von Apps, die kostenlos oder als Light-Version angeboten werden würden, wo sich der Nutzer ein Bild von der App machen könne. Damit sei der Kunde deutlich besser gestellt, als bei vielen anderen Produkten.

„Es kann wohl niemand ernsthaft fordern, dass man sich vor dem Urlaub eine Reise-App für die Stadt oder Region runterladen kann und sie dann nach der Rückkehr wieder zurückgeben darf“.

Eine Rückgabe von Film-DVDs, Musik-CDs oder E-Books, die bereits angeschaut, gehört oder gelesen wurden, ist übrigens auch nicht möglich. Außerdem haben sich Apps nicht nur in Deutschland zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Mit dem Kauf von Apps wurden 2012 in Deutschland 430 Millionen Euro umgesetzt, mehr als doppelt so viel wie 2011.

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3 comments

  • Es dürfte programmiertechnisch nicht zu aufwendig sein, App's mit einem "Verfalldatum" zu versehen: z. B. nach wenigen Stunden kann die App nicht mehr gestartet werden, wenn Sie nicht im App-Store bezahlt wird. Der Vergleich mit E-Books, CDs oder DVDs ist Unsinn, da diese dauerhaft kopiert und gespeichert werden können im Gegensatz zu App's.
  • Sehe ich auch so. Eine Demo-App kann wohl jeder programmieren. Interessanterweise tun es "vor allem Start-ups und innovative Einzelkämpfer", nur die Großen Publisher welche der Bitkom vornehmlich vertritt verzichten darauf (soll ja keiner merken, dass die App zwar teuer aber schlecht programmiert ist)
  • Ich würde es gut finden wenn bei kostenpflichtigen Apps eine Demo Version zum Download bereit stehen würde. So wie bei manchen "Lite" Apps. Nur das das bei allen Kostenpflichtigen Apps. So kann man sie erst testen und dann vielleicht kaufen. Das würde zwar etwas mehr Aufwand für die App-Entwickler sein, jedoch würde es manche Prozesse (wie oben) vermeiden.