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Es hat vergangene Woche nach der Quartalskonferenz nur wenige Stunden gedauert, bis erste Berichte (auch von renommierten) Seiten aufgetaucht sind, wo von einer Krise von Apple gesprochen wurde. Chinas neuer Shooting-Star in der Branche und Besitzer des chinesischen Netflix Pendants „LeTV“, Jia Yueting, hält beispielsweise Apples Konzepte für veraltet und starr. Andere sprechen davon, dass Apple ein neues „Wunderding“ brauche.

Schwächenlnde Wirtschaft und Marktsättigung
Fest steht, dass wir uns keine Sorgen über den baldigen Untergang des Unternehmens machen müssen. Alleine die Barreserven in der Höhe von ca. 233 Mrd. US-Dollar verhindern das. Dennoch ist es natürlich schon bemerkenswert, wenn Apple nach 13 Jahren das erste Mal über sinkende Umsatzzahlen berichten muss. Auch hier darf nicht vergessen werden, dass der Gewinn immer noch bei 10,5 Mrd. US-Dollar liegt.

Tim Cook hat schon bei der Quartalskonferenz im Jänner verlauten lassen, dass für das nächste Quartal mit einem Umsatzrückgang gerechnet wird, der vor allem auf die sinkenden iPhone-Verkäufe zurückzuführen ist. Dieser Fall ist nun eingetreten und seiner Ansicht nach auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung und die zunehmende Marktsättigung in diesem Bereich zurückzuführen. Auch der schwache Euro wird eine Rolle spielen.

Deshalb ist auch der Ausblick für das nächste Quartal nicht sonderlich rosig. Auch hier ist mit einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen. Mitbewerbern ergeht es übrigens ähnlich: Auch Google und Microsoft haben die Anleger mit ihren Quartalszahlen enttäuscht.

Konkurrenz wird besser
Hinzu kommt, dass auch die Konkurrenz immer besser wird und um weniger Geld ähnlich gute Produkte vorzuweisen hat. Der Preisdruck auf Apple steigt somit, wie anhand des iPhone SE gut zu sehen ist. Hier bietet Apple ein technisch aktuelles Smartphone zu einem verhältnismäßig geringen Preis an und nimmt bewusst in Kauf, dass der Gewinnanteil sinkt. Auch der Preis der Apple Watch wurde vor gut einem Monat gesenkt.

VW oder Mercedes?
Damit meinen wir, dass Apple sich entscheiden muss, für welche Zielgruppe die hauseigenen Produkte in Zukunft produziert werden sollen. Wenn künftig noch mehr Kundschaft erreicht werden soll, wird Apple am Preis schrauben müssen, um dieses Publikum zu erreichen. Allerdings wird dann auch das Premium-Image des Unternehmens darunter leiden. Umgekehrt, wenn Apple diesen Anspruch halten will, muss das Unternehmen vermutlich mit leicht rückläufigem oder stagnierenden Zahlen leben.

Viele neue Produkte und Features, aber Potenzial nicht genutzt
„The Verge“ hat das Jahr 2015 vermutlich ziemlich treffend als „Beta-Jahr“ von Apple bezeichnet. Es wurden viele neue Produkte (zB MacBook, Apple Watch, Apple TV, iPad Pro und Apple Pencil) und neue Features oder Dienste (zB Apple Music, Live Photos und 3D Touch) vorgestellt. Sie alle haben sicherlich Potenzial, aber nur ein kleiner Teil davon wird bis jetzt ausgeschöpft, weshalb sie oftmals unausgereift wirken.

Das ist nicht immer die Schuld von Apple, den vielfach sind auch die Entwickler gefragt. Hier wird es einfach noch Zeit brauchen, bis diese ihre Apps auf die neue Technik und die neuen Features abgestimmt haben. Hier würde es helfen, wenn Apple nicht immer so ein Geheimnis um seine kommenden Produkte machen würde. Alleine dadurch gehen oft wertvolle Monate verloren.

Keine Krise, aber Handlungsbedarf
Apple befindet sich also in keiner Krise, aber es besteht Handlungsbedarf. Die Unternehmungsführung wird sich genau überlegen müssen, wie das Unternehmen künftig positioniert werden soll. Zudem würde es nicht schaden, wenn Apple seine „Beta-Phase“ beendet und sich wieder darauf konzentriert, Produkte und Features „fertig“ zu entwickeln und auch Entwicklern die Möglichkeit gäbe, frühzeitig darauf zu reagieren.

 

 

 

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11 comments

  • es gab mal eine zeit, da war apples produktpalette wirklich logisch und gut. es gab die macs als standgeräte und die macs als portable geräte. irgendwann gab es in beiden kategorien dann eine normale (einsteiger) variation und eine pro version (ibook/mac book, mac book pro, imac, mac). irgendwann kam dann der mac mini dazu. ähnlich war es bei den ipods. es gab den normalen, den mini und den nano. auch die iphone namen waren lange zeit logisch. die ersten verwirrungen begannen beim mac book. es gab ein mac book pro und ein mac book air, dann aber kein mac book mehr. dann kam das mac book, war aber dünner als das air (was die idee vom air ad absurdum führt). das mac book (mit dem einen usbc anschluss) ist schwachsinn pur weil es eigentlich das air ersetzt. da es aber zu wenige schnittstellen hat ist es kein ersatz.  einen ähnlichen namensblödsinn machen sie nun mit dem ipad. war das ipad pro größer (so wie auch das iphone plus) so gibt es nun zwei ipad pro. was kommt als nächstes? wäre nicht schlecht wenn apple seine produktpalette wieder in den griff kriegt.logisch wäre: mac (vormals imac)mac promac mini iphoneiphone proiphone mini ipadipad proipad mini mac book (mac book usbc plus ipad air schnittstellen)mac book pro apple watch apple watch pro (apple watch plus integriertem telefon) was denkt ihr?
  • Apple hat nicht nur das MacBook. Sie haben MacBook Pro, Air, usw. Jeder kann das kaufen, was für ihn am besten ist. Ich kann beim Apple TV auch Amazon Video benutzen, kann ich bei dem Amazon TV auch iTunes benutzen USB Stick, oder externe Festplatte, kann ich an den Satelitten Reciver anschließen oder an den Fernseher oder die PlayStation. Das müsste jetzt die Apple TV Box nicht auch noch können.
  • Apple macht immer noch mehr Gewinn, als Facebook, Windows und Google zusammen. Kein einziger Hersteller hat irgendwas anderes innovatives auf demMarkt, was mich interessieren würde. Absolut nichts. Und ja, es gibt Hersteller, bei denen die Verkaufszahlen Prozentual steigen, aber trotzdem meilenweit schlechter verkaufen und höchstens 0,000000001 Prozent Gewinn haben, im Gegensatz zu Apple.
    • Du redest hier von der Finanzwirtschaft und die hat mit der Realität nichts zu tun. Es geht nicht um den tatsächlichen Gewinn, es geht nur um das Wachstum. Diesen Irrsinn muss man begreifen um nachvollziehen zu können, warum alle Apple schon abschreiben.
  • Laut diversen experten ist das eine krise. Dann bin würde ich nur zu gerne wissen, was der vw-abgasskandal ist. Es ist schon richtig, dass wir, die kunden momentan eher mit produktupgrades versorgt werden. Aber nicht nur bei apple. Wenn man sich alles so ansieht aus den letzten 30 jahren. Pc, notebook, mobiltelefon, smartphone, tablet. Danach gab es nur mehr upgrades und wearables. Die computer wurden so klein, dass sie in die hosentasche passen und man konnte mit ihnen telefonieren. Heutzutage seztt es nicht mehr voraus sich irgendwo hinzusetzen einen pc hochzufahren und dann seine informationen zu suchen oder in kontakt zu beleiben. Das geht jetzt auch von unterwegs oder der couch aus. Wenn man mit pc oder notebook nicht arbeitet sind sie überflüssig geworden möchte man meinen. Das ist eine der größten innovationen der letzten jahre. Dazu muss man noch die clouddienste erwähnen, die es einem möglich machen von überall aus auf seine daten zuzugreifen. Und von da an stagniert die innovation. Smartwatch. Bettes wearable, damit man nicht immer das smartphone aus der hosentasche holen muss. Jede menge an netten kleine. Spielereien die einem das leben erleichtern.  Und die hardwareupgrades wie mehr megapixel, schneller, flüssiger, schärfer etc. aber ein neues produkt hat keiner auf den markt gebracht. Ja sogar die vr-brillen sind nur aufgewärmt. Neue große innovationen wären die möglichkeiten wie menschen miteinander kommunizieren können zu erweitern. Dann könnte man neue produkte erfinden. Diese problem hat meiner meinung nach nicht nur apple sondern auch alle anderen. Es gibt momentan nix neues nur bereits bekanntes, das in gewissen di gen verbessert wird aber trotzdem in der gleichen verpackung her kommt. Und das gibt es von unzähligen herstellern in vielen preisklassen, von güantig bis sehr teuer. Aber eben auch in den unterschiedlichsten qualitätsstufen. Neue geräte, neue services brächten den gewünschten fortschritt und wieder großen aufschwung.
  • Ich finde dass die Apple Produkte trotzdem die Besten am Markt sind. Was mich aber immer mehr stört ist, dass nach einem neuen Produktlounge, ewig lange nichts mehr passiert. Ich nehme mal Apple Music und Apple TV als Beispiel. Seit diese Produkte am Markt sind, hat sich fast nichts verändert. Meiner Meinung nach sollte in regelmässigen Abständen eine neue Funktion oder neue Features hinzukommen, damit es für den Endkunden interessant bleibt und man nicht ein Jahr, bis zur nächsten Keynote warten muss. Komischerweise wird das aber gerade auf Android mit Apple Music so gehandhabt, was ich überhaupt nicht verstehe.
    • Du findest das Mac Book mit einem USB C Anschluss 'das beste am Markt'? Oder das kastrierte Apple TV bei dem man für jeden Film zahlen muss (Amazon Video ist hier eindeutig besser) und man nichtmal einen USB Stick anstecken kann um eine Video Datei abzuspielen? 
  • Ein interessanter Artikel. Als Zielgruppe einfach alle ansprechen zu wollen, wiederspricht dem Konzept einer Zielgruppe. Es wird sehr interessant zu sehen, in welche Richtung sich Apple weiterentwickeln wird. Ps. Ich finde es klasse, dass ihr auch mal längere Artikel veröffentlicht ;-)
    • Der Massenmarkt ist doch auch eine Zielgruppe. Siehe Mc'D, Zeitungen, Volkswagen. Gut, man erreicht damit nicht alle. Aber mit Mittelmässigkeit genau "die Mitte". Am Schluss hängt es nur am Preisempfinden einer Marke. 
  • Apple wird immer teurer und baut die Produkte immer KundenUNfreundlicher. Beim kleinen iMac 21.5" kann man nichtmal selber den Ram erweitert. Dazu kommen ständige Preiserhöhungen für Produkte die eigentlich nur upgrates erhalten haben. Seit Steve Jobs verstorben ist kommen nur noch Verbesserungen von Produkten was richtig neues gab es bis dato nicht.