Auch dieses Jahr verlieh der Datenschutzverein digitalcourage wieder die Preise für „Datenkraken“. Die BigBrotherAwards Deutschland wurden im Jahr 2000 ins Leben gerufen, um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern – sie sollen missbräuchlichen Umgang mit Technik und Informationen zeigen.

Unter den Preisträgern befindet sich dieses Jahr neben Google, der deutschen Bundespolizei und der deutschen Post auch Apple. Der Preis geht in der Kategorie „Arbeitswelt“ genau genommen an die Apple Retail Germany GmbH in München. Es wird die umfassende Videoüberwachung von Beschäftigten kritisiert. Demnach sollen nicht nur Verkaufs- und Lagerräume flächendeckend und dauerhaft per Kamera überwacht worden sein, sondern auch Pausenräume.

Diese Form der Totalkontrolle von Beschäftigten wäre in Deutschland rechtswidrig. Dabei zeige sich die Firma uneinsichtig: Zum Beispiel wurden erst nach zähen Verhandlungen von Datenschutzbeauftragten die Hinweisschilder auf Videoüberwachung im Kundenbereich von Dackelaugenhöhe auf Hüfthöhe korrigiert, erklärt digitalcourage auf der BigBrotherAward-Homepage.

Solche Schlagzeilen sind natürlich dem Image von Apple nicht förderlich. Wir hoffen daher, dass dieser Award Apple ein wenig aufgerüttelt hat und sich in diesem Zusammenhang in Zukunft kooperativer zeigt. Google hat den Preis übrigens in der Kategorie „Globales Datensammeln“ erhalten.

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